paleo r]evolutionär ernähren

Die artgerechte Form der Ernährung

Wir essen, was wir nie gegessen haben und trinken, was wir nie getrunken haben!

Im Jahre 2000 sagte die World Diabetes Federation eine erschreckende Zahl von 270 Millionen Diabetikern weltweit für 2025 voraus. Knapp daneben ist bekanntlich auch vorbei: Leider kam es viel früher und vor allem dicker als prognostiziert, denn aktuell zählen wir bereits 370 Millionen Menschen auf der Welt mit honigsüßem Durchfluss. Die Sucht nach Zucker schreitet deutlich schneller voran als Experten es je für möglich hielten. Und heute wissen wir: Nicht das überstrapazierte böse Cholesterin oder die zu unrecht abgestempelten Frühstückseier, sondern das sogenannte viszerale Fett im Bauchraum zeichnet für die typisch westlichen Killer-Erkrankungen verantwortlich: Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Krebs und Alzheimer. Die Rettungsringe am Bauch bringen unseren Organismus in einen latenten Entzündungsmodus, der wie ein Schwelbrand jahrelang unbemerkt vor sich herglimmt, bis er schließlich zum lebensbedrohlichen Inferno wird.

Industrienahrung macht nicht nur fett sondern auch depressiv

Ein wichtiger Grund für diese Fehlentwicklung: Wir essen, was wir nie gegessen haben und trinken, was wir nie getrunken haben. Etwa 80% unserer heutigen verpackten Industriekost waren vor wenigen Jahrzehnten vollkommen unbekannt, somit auch für unser uraltes Immunsystem, dass zunehmend Probleme mit künstlichen Zusatzstoffen, genmanipulierten Pflanzen und hochgemästeten Tieren bekommt. Dank modernster Konservierungsmethoden, Kühlverfahren, Raffinationsprozesse, Homogenisierung und Ultrahocherhitzung sind Nahrungsmittel immer und jederzeit ohne jeglichen Bewegungsaufwand in hoher Energiedichte verfügbar. Kantinen, Fast Food-Ketten, Bring-Dienste, Backshops und Convenience Food liefern uns Energie, ohne dass wir auch nur eine einzige Kalorie dafür investieren müssen.

„2,5 Millionen Jahre wurde die Gattung Homo sapiens
auf Energiemangel programmiert!"

Acht von zehn Männern in Deutschland sind übergewichtig. Sieben von zehn Frauen sind fettleibig. Adipositas unter Kindern und Jugendlichen steigt dramatisch an, seitdem Kids ihre Nachmittage nicht mehr auf dem Sportplatz sondern an der Schulbank gefesselt, im digitalen Freundeskreis oder vor der Playstation verbringen. Noch vor wenigen Jahrzehnten hatten Schüler einen Halbtagesjob, heute wird gepaukt bis ADHS oder der Nervenarzt kommt. Und das alles natürlich mit möglichst vielen Fruchtzwergen, Milchschnitten und Nutella-Stullen für den Hunger zwischendurch.

Gedacht Für schlechte Zeiten – sparen bis der arzt kommt

Ungeachtet der fortschreitenden Verfettung der Gesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung immer noch von ihren angestaubten Richtlinien überzeugt. Diese stammen aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wo überall im Lande flächendeckend Nahrungsmangel herrschte. Interessanterweise sank die Herzinfarktrate nach dem Krieg. In den 70er Jahren stieg sie wieder an, als der Überfluss allmählich Einzug ins moderne Leben hielt. 2,5 Millionen Jahre wurde die Gattung Homo sapiens auf Energiemangel programmiert. Für den heutigen Nahrungsüberfluss kennt unser Organismus nur eine einzige Lösung: Fettspeicherung für schlechte Zeiten. Was in der Steinzeit noch ein Segen des Spätsommers war, als paleolithische Jäger und Sammler Unmengen frisches Obst in sich hineinschaufelten, um dem kargen Winter ein Schnippchen zu schlagen, ist zum Fluch der Moderne geworden.

„Unsere steinzeitlichen Vorfahren hätten von einem frisch
gemixten Früchte-Smoothie nicht genug gekriegt."

Heute werden heimische Früchte zwar immer noch im Sommer reif, aber der kalte Winter fehlt. Denn überall in der westlichen Welt herrschen tropische Temperaturen: im Auto, im Büro, im Wohnzimmer, in den Einkaufsmeilen der Stadt – einfach überall. Es gibt also keine biologische Notwendigkeit mehr, haufenweise Fruchtzucker in sich hineinzuschütten, um karge Zeiten zu überleben. Unsere steinzeitlichen Vorfahren hingegen hätten nicht genug von einem frisch gemixten Früchte-Smoothie gekriegt, denn unserem Gehirn fehlt ein Off-Schalter für Fruktose. Und das aus gutem Grund: Früher waren die Früchte nur wenige Wochen reif, heute kommen sie im Dezember aus Neuseeland, im Januar aus Chile und im Februar aus Südafrika. Als Errungenschaft der Globalisierung gepriesen, wird diese Entwicklung immer mehr zum Bumerang für unsere Gesundheit. Denn offensichtlich sind wir nicht gemacht für ständigen Energieüberfluss. Immer mehr Studien aus allen Bereichen der Ernährungswissenschaft und der Medizin belegen, dass verarbeitete Nahrungsmittel auf Dauer krank machen. Ist das noch artgerecht?


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