paleo Für Einsteiger

Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner

Mach Schluss mit Übergewicht und chronischen Krankheiten

„Nichts macht in der Biologie Sinn, ausser es im Licht der Evolution zu sehen", postulierte in der den 70er Jahren der russische Biologe Theodosis Dobzhansky. Gleiches gilt für unsere heutige moderne Ernährung. Um eine gesunde oder wenigstens nicht krankmachende Ernährung für den modernen Menschen zu beurteilen, sollte man sich nicht von den unzähligen (und zum Teil unsinnigen) Ernährungsratgebern und den leeren (und zum Teil gesundheitsgefährdenden) Marketingversprechen der Lebensmittelindustrie blenden lassen, sondern besser von evidenzbasierter Ernährungsforschung und den wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer steinzeitlichen Geschichte ausgehen. Denn seither hat sich in unserem Erbgut nicht mehr allzu viel getan. Die Steinzeit steckt uns förmlich noch in den Knochen. All unsere Stoffwechselprozesse sind immer noch auf dem Stand unserer paläolithischen Vorfahren. Allerdings haben sich unsere Nahrungsmittel und die Herstellungsverfahren in kürzester Zeit drastisch verändert. Milch, Getreide, Hülsenfrüchte, Soja, Industriezucker, Alkohol und Co. standen in der Steinzeit nicht auf der täglichen Speisekarte. Heute sind es unsere Hauptenergiequellen.

Unser Bauplan stimmt also weitestgehend immer noch mit dem unserer Jäger und Sammler-Vorfahren vor über 50.000 Jahren überein. Deshalb sind wir auch heute noch Omnivore, d.h. opportunistisch im Verhalten und flexiblel im Stoffwechsel auf einen Mix an pflanzlicher wie tierischer Kost angepasst – je nachdem was Mutter Natur gerade so hergibt. Auch der moderne Mensch ist folglich immer noch kein Vegetarier. Unsere steinzeitlichen Vorfahren ernährten sich bis zum Beginn der Agrarrevolution vor etwa 10.000 Jahren vorzugsweise von:

  • Fleisch (ausnahmslos Wildfleisch)
  • Innereien (Leber, Hirn, Knochenmark etc.)
  • Fisch, Krustentieren
  • Eiern
  • Blättern, Kräutern
  • Knollen, Wurzeln
  • Nüssen, Samen
  • Beeren
  • Wildfrüchten
  • Honig (gelegentlich)

Der prozentuale Anteil von Pflanzen- und Tiernahrung variierte je nach Breitengrad, Klima, Region und Jahreszeit zum Teil erheblich. Von daher gibt es nicht die eine gesunde Ernährungsweise, sondern vielmehr alte Nahrungsmittel, die wir seit Urzeiten essen und neue, industriell hergestellte Lebensmittel und Lebensmittelzusatzstoffe, die unser Immunsystem vor ganz neue Herausforderungen stellt. Allerdings sind auch die evolutionär alten Pflanzenarten nicht mehr wie früher, denn die meisten Naturprodukte sind heute gezüchtete Varianten bestimmter Urpflanzen. Wenn Du also auf Paleo umsteigen willst, sprich besser von der modernen Form der Paleo-Ernährung, denn urzeitliche Pflanzen- und Tierarten sind nahezu ausgestorben.

Laut ethnografischem Atlas, der 229 Jäger- und Sammlervölker listet, haben sich über 70% der Völker von tierischer Kost ernährt. Davon versorgten sich 20% fast ausnahmslos über tierische Nahrungsquellen. Eine ausschließlich vegetarische Ernährung kam nicht vor. Nur 13% konsumierten mehr als 50% pflanzliche Nahrung. In der Steinzeit gab es keine energiereiche Pflanzennahrung wie Getreide heute. Deshalb hätte die Energiemenge über eine rein vegetarische Ernährung den Kalorienbedarf auch nie decken können. Zudem hätte der Verzicht auf Fisch und Fleisch zu einer Mangelversorgung mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Meeresfrüchten und Wildfleisch geführt. Unter diesen Bedingungen wäre unser Gehirn so klein geblieben wie bei unserem nächsten Verwandten, dem Schimpansen. Wir sind somit abhängig von wichtigen Hirnnährstoffen wie ungesättigte Fettsäuren, dem Fischfett DHA sowie Jod und Zink.

Neben der Auswahl der Nahrungsmittel spielt natürlich auch die Qualität eine wichtige Rolle in der Paleo-Ernährung. Über 300 Zusatzstoffe „bereichern" inzwischen unsere moderne Industriekost. Sie dienen der Konservierung, der Geschmacksverstärkung oder der optischen Aufwertung. Für den gesundheitlichen Nutzen haben diese Stoffe keinen Wert. Im Gegenteil: Viele Zusatzstoffe wurden inzwischen als potentiell gesundheitsschädlich entlarvt und tragen seit ihrer Einführung erfolgreich zur steigenden Inzidenz von Allergien und anderen Immunreaktionen bei. Darüber hinaus versucht die Paleo-Ernährung so weit wie möglich auf Nahrungsmittel zu verzichten, die mit Bioziden behandelt wurden (Pestizide, Insektizide, Herbizide). Diese Substanzen dienen nur dem Ertrag in der Lansdwirtschaft. Die gesundheitlichen Risiken werden durch ständige Erhöhung der Grenzwerte bewusst in Kauf genommen. Profitorientierung steht weit vor gesundheitlichem Nutzen. Ähnliches gilt auch für die Massentierhaltung. Zur Steigerung der Produktionsleistung werden Unmengen an Arzneimitteln, Antiobiotika und Wachstumshormonen in unethicher Art und Weise angewandt.

Aus den genannten Gründen versucht die Paleo-Ernährung Speisen so naturbelassen wie möglich auf den Teller zu bringen. Deshalb eignet sie sich auch hervorragend als hypoallergene Ernährung im Rahmen der Behandlung westlicher Zivilisationserkrankungen. Wenn Du in Kombination mit unseren 10 Paleo-Prinzipien folgende Ernährungsregeln beherzigst, reduzierst Du Dein Risiko für eine der modernen Killererkrankungen wie Herzinfarkt, Diabetes, Krebs und Co. auf ein homöopathisches Minimum:

  1. Verwende nur marktfrische, naturbelassene Nahrungsmittel aus biologischem Anbau
  2. Vermeide Fertignahrung, Fast Food und Convenience Produkte
  3. Vermeide raffinierten Industriezucker, Süßigkeiten und Salz
  4. Vermeide industrielle, nicht kaltgepresste Pflanzenöle
  5. Vermeide den Konsum von Milchprodukten
  6. Vermeide Getreideprodukte, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte
  7. Decke 40% Deines Energiebedarfs mit frischem Obst, Gemüse, Nüssen und Samen
  8. Esse mindestens 2-3 x pro Woche fetten Fisch und Meeresfrüchte
  9. Esse mindestens 2-3 x pro Woche Fleisch aus artgerechter Tierhaltung
  10. Verzichte weitestgehend auf Alkohol (mit Ausnahme von einem Glas Rotwein pro Tag)

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